Sie befinden sich auf den Internetseiten des Aktionsbündnis Nichtrauchen


Hauptnavigation


Servicenavigation


Inhalt

Welt-Nichtrauchertag

Welt-Nichtrauchertag 2006

Wer raucht, verliert!

Tabak: Tödlich in jeder Form

Am 31. Mai ist Welt-Nichtrauchertag

Die Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) hat den 31. Mai zum jährlichen Welt-Nichtrauchertag proklamiert. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Tabak: Tödlich in jeder Form“. Die Deutsche Krebshilfe nutzt diesen Anlass, um gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Nichtrauchen der Forderung nach einer rauchfreien Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Nachdruck zu verleihen. Außerdem informiert sie über die Gesundheitsgefahren des Rauchens und klärt über die verheerenden Folgen des Passivrauchens auf.

WM 2006: Zu Gast bei Freunden

Während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ist das Thema „Passivrauchen“ von großer Bedeutung: Im Gegensatz zu vielen internationalen Sportveranstaltungen, wie den Olympischen Spielen, der Fußball-WM 2002 in Japan/Südkorea und der Fußball-WM 2010 in Südafrika, ist das Rauchen in deutschen Stadien bislang nicht untersagt. Die Folgen für die Stadion-Besucher in Deutschland: Nichtrauchende Fußballfreunde aus dem In- und Ausland werden in den deutschen Stadien der Rauchbelastung ausgesetzt, obwohl rauchfreie internationale Sportereignisse mittlerweile Weltstandard sind.

Statt ein grundsätzliches Rauchverbot in allen WM-Stadien durchzusetzen, haben sich die Bundesregierung, das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung sowie das nationale Organisationskomitee auf eine freiwillige Kampagne geeinigt. Unter dem Motto „Wolkenloser Spaß bei der WM 2006“ sollen Lautsprecherdurchsagen und Anzeigen in den Stadien zu einer verstärkten Rücksichtnahme auf Nichtraucher aufrufen. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen und die Deutsche Krebshilfe befürworten Kampagnen, die Nichtraucher vor dem Passivrauchen schützen. Auf Freiwilligkeit basierende Kampagnen lehnen die Organisationen jedoch ab. Denn gerade beim Schutz vor der Gesundheitsgefahr Nummer eins, dem Tabakrauch, ist Freiwilligkeit als Handlungsvorgabe nicht effektiv. Nur mit klaren gesetzlichen Vorgaben wie beispielsweise rauchfreien öffentlichen Einrichtungen kann der wirksame Schutz vor den Tabak-assoziierten Krankheiten garantiert werden.

Deutschland sollte jetzt rasch ein deutliches Zeichen gegen den Tabakkonsum setzen und die wichtige Bedeutung einer rauchfreien Umwelt und Gesellschaft betonen. Die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen fordern die Bundesregierung auf, kurzfristig für umfassendes Rauchverbot in allen WM-Stadien auszusprechen.

„Tabak: Tödlich in jeder Form“

Mit psychologisch ausgefeilten Kampagnen und Werbestrategien werben die Hersteller von Tabakprodukten für Zigaretten - Produkte, die bei ordnungsgemäßem Gebrauch jeden zweiten Konsumenten langfristig töten. Farbige Aufmachung, harmlose und trendige Bezeichnungen sowie knackige Sprüche täuschen über die Gefahren durch den Tabakkonsum hinweg. Die Folgen sind dramatisch: Jedes Jahr sterben 140.000 Menschen in Deutschland an den Folgen ihrer Nikotinsucht.

Um die gefährlichen Glimmstängel trotz ihrer bekannten Wirkung attraktiv zu machen, nutzen die Tabakhersteller verharmlosende und irreführende Bezeichnungen: „light“, „ultralight“, „mild“, „low tar“, full flavour, fruit und chocolate flavoured, natürlich (natural), frei von Zusätzen (additive-free), organic und schadstoffreduziert (harm-reduced). Viele dieser Bezeichnungen sind inzwischen in Europa verboten. Doch diese Produkte gibt es nach wie vor – in einer neuen Form. Aus „light“ wurde „silver“. Ehemals „ultralight“-Zigaretten befinden sich nun in einer silberfarbenen Verpackung. Ästhetische Werbeplakate unterstützen die neuen Designs.

Hinzu kommen Produkte wie Nelkenzigaretten, Snus, Schnupftabak, rauchlose Zigaretten, Zigarren, Zigarillos und Pfeifen sowie die „trendigen“ Wasserpfeifen, Bidis und Bongs, die bei immer mehr jungen Menschen „angesagt“ sind. Gerade diese Trendprodukte verlocken mit natürlich klingenden Namen und fruchtigen Geschmacksrichtungen zum Rauchen. Das Problem: Viele dieser neuen Tabaksorten sind aufgrund von ungeprüften Inhaltsstoffen und der oft fraglichen Herkunft besonders gefährlich.

Zahlen, Daten Fakten

Zigaretten

Die Zigarettenhersteller lassen den Verbraucher im Unklaren über die Wirkungen und Nebenwirkungen einer Vielzahl von Zusatzstoffen, welche in der Gas- und Partikelphase des Rauchens eingeatmet werden. Bis heute leugnen Tabakkonzerne das Suchtpotential ihrer Produkte, obwohl dies sowohl beim Tier als auch beim Menschen wissenschaftlich längst bewiesen wurde. Und sie leugnen auch die Verstärkung des Suchtmittels Nikotin durch bestimmte Zusatzstoffe. Aus ersten Auswertungen der internen Dokumente der Tabakindustrie in den USA wird jedoch deutlich, dass die Industrie seit Jahrzehnten eigene Forschungen zur Zusammensetzung des Tabakrauches unternahm, von der suchtmachenden Wirkung ihrer Produkte bereits seit den frühen 60-er Jahren wusste und Zusatzstoffe einsetzte, welche die Chemie des Zigarettenrauches verändern (Diammoniumphosphat (DAP), Ammoniumverbindungen (NH4+-), Ammoniak (NH3), Menthol, Harnstoff, Soda und weiterer Zusätze). Diese Stoffe erhöhen die Bioverfügbarkeit des Nikotins durch eine schnellere Absorption im Atemtrakt, ein schnelleres Anfluten im Gehirn, eine gesteigerten Intensität und verlängerte Dauer der Nikotinwirkung. Dies bewirkt letztlich eine Suchtverstärkung.

Ein reflektorischer Schutzmechanismus verengt normalerweise die Bronchien, wenn Schadstoffe eingeatmet werden, so dass diese nicht ungehindert die Lunge erreichen können. Dieser Schutzmechanismus wird durch Zusatzstoffe wie Menthol, Lakritze, Kakao und andere außer Kraft gesetzt. Als Folge kann der Zigarettenrauch weitgehend ungehindert in den tiefen Atemtrakt vordringen.

Aus den Industriedokumenten wird auch ersichtlich, dass die Tabakindustrie ein Produkt herstellt, das insbesondere Neueinsteigern, wie Kindern und Jugendlichen, das Rauchen erleichtern soll. Schokolade, Vanillin, Lakritze und andere Stoffe werden als Geschmacksverstärker eingesetzt, um den strengen Tabakgeschmack zu überdecken, Befeuchtungsmittel werden hinzugefügt, um das Trockenheitsgefühl in Mund- und Rachenraum zu verhindern. Eine besondere Rolle kommt dem Menthol zu. Nach den Industriedokumenten wird Menthol nicht nur den speziellen Mentholzigaretten beigemischt, sondern fast allen normalen Zigaretten, um folgende physiologische Wirkungen zu erzielen: Durch die Stimulation der Kälterezeptoren entsteht eine Frischeempfindung mit Langzeiteffekt. Menthol hat aber auch eine betäubende Wirkung, welche die Schmerzempfindung und Reizung des Bronchialtraktes vermindert.

Die Zigarettenindustrie hat den Zigarettenmarkt zu einem Kindermarkt gemacht: Über 80 Prozent der Raucherinnen und Raucher beginnen weit vor ihrem 18. Lebensjahr zu rauchen. Der durchschnittliche Rauchbeginn liegt bei 11,6 Jahren. Diese Kinder können bereits Lungeninhalationen vornehmen, weil Zigaretten durch entsprechendes Produktdesign und Zusatzstoffe das leichte, schmerzfreie Inhalieren ermöglichen. Kinder werden deutlich schneller nikotinsüchtig als Erwachsene.

Wasserpfeife

Bei einer Wasserpfeife wird Rauch durch Wasser geleitet, um ihn vor dem Konsum abzukühlen und zu filtern. Es gibt verschiedene Formen von Wasserpfeifen, darunter die meist mit aromatisiertem Tabak verwendete Shisha und die für Cannabis-Konsum verwendete Bong. Häufig wird beim Rauchen der Wasserpfeife eine geringere Schädlichkeit als durch das Zigarettenrauchen angenommen. Diese Ansicht wurde jedoch durch Studien widerlegt. Die Wasserpfeife gibt die gleiche Menge an Nikotin ab wie eine gewöhnliche Zigarette. Der Raucher einer Wasserpfeife nimmt aber im Vergleich mehr Kohlenmonoxid und fast die zwanzigfache Menge an Teer auf. Im Rauch der Wasserpfeife wurden Schadstoffe wie Arsen, Chrom und Nickel nachgewiesen.

Bong

Als Bong wird eine bestimmte Art von Wasserpfeife bezeichnet, in welcher zumeist Cannabis, Cannabis-Tabak-Mischungen oder Tabak geraucht werden. Dadurch, dass der Rauch durch Wasser geleitet wird, werden leichte Schwebeteilchen und Verbrennungsrückstände wie Asche und Russpartikel größtenteils ausgefiltert. Das Wasser färbt sich durch den Teer gelb und ist nikotinhaltig.

Das tiefe Einatmen des Rauches, welches durch die Kühlung erst möglich wird, schädigt die Lunge besonders stark. Die im Vergleich zum Joint sehr schnelle Aufnahme der Wirkstoffe und der folgende „Kick“ erhöhen gerade bei Jugendlichen merklich die Gefahr einer Abhängigkeit. Dies steigert das Suchtpotenzial speziell beim Bongrauchen enorm, was häufig zu einem dem des Tabakrauchers ähnlichen Konsumverhalten führt.

Nelkenzigarette

Nelkenzigaretten (indonesisch: Kretek) sind Zigaretten, die neben Tabak geschrotete Gewürznelken enthalten. Der indonesische Tabak wird zur Geschmacksverfeinerung zusätzlich mit Kräuter- und Fruchtextrakten sauciert. Diese Zigaretten werden überwiegend in Indonesien hergestellt. In den Vereinigten Staaten sind Nelkenzigaretten noch umstrittener als gewöhnliche Zigaretten. So besteht etwa im Bundesstaat Maryland ein Verbot von Kreteks. Dieses wird damit gerechtfertigt, dass vor allem Jugendliche durch Kreteks zum Rauchen verleitet würden. In Europa erfreuen sich Nelkenzigaretten vor allem bei jungen Rauchern und in Künstlerkreisen wachsender Beliebtheit. Die Nikotin- und Teergehalte von Nelkenzigaretten sind sehr hoch.

Rauchlose Zigarette

Bei der rauchlosen Zigarette handelt es sich um Versuche, Zigaretten herzustellen, die den Raucher zwar mit Nikotin und Aromastoffen versorgt, dabei aber die Erzeugung von krebserregenden Substanzen vermeiden sollen. Dies geschieht dadurch, dass eine Verbrennung von pflanzlichen Substanzen wie Tabak vermieden wird. Das Austreten von Nikotin in die vom Raucher inhalierte Luft wird lediglich durch Erwärmen hervorgerufen. Wenn der Raucher an der rauchlosen Zigarette zieht, wird die einströmende Luft durch eine Heizspirale erhitzt. Dadurch ist sie in der Lage, aus einem nachgeschalteten Depot Nikotin und Aromastoffe herauszulösen, die der Raucher dann durch einen Filter inhaliert. Rauchlose Zigaretten versorgen den Raucher mit ähnlichen Nikotinmengen, wie er es von normalen Zigaretten her gewohnt ist.

Schnupftabak

Bei Schnupftabak („Snuff“) handelt es sich um eine feingemahlene Mischung aus einer oder mehreren Sorten von Tabak, die durch Einsaugen in die Nase konsumiert wird. Das Nikotin entfaltet seine Wirkung über die vorderen Nasenschleimhäute. Schnupftabak wird vorwiegend aus hellen Virginia-Tabaken aus den USA und aus Afrika hergestellt, ist oft aromatisiert (vor allem mit Menthol oder Eukalyptus, aber auch mit Frucht- oder Kräuteraromen) und daher in Geschmack und Geruch grundverschieden zum „Schmalzler“. Im Gegensatz zum Rauchen von Tabak treten beim Schnupfen keine gefährliche Verbrennungsprodukte auf. Über die Schädlichkeit gibt es heftige Diskussionen. So warnt das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg vor den Folgen des Schnupftabak-Konsums.

Snus

Als Snus [snüüs] wird eine in Skandinavien verbreitete Form von Mundtabak bezeichnet. Snus ist ein mit Salzen versetzter Tabak, der meist hinter der Oberlippe gehalten wird. Da dabei mehr Nikotin resorbiert wird, ist seine Wirkung stärker als bei einer Zigarette. Die Salze halten den Tabak feucht und rauen dabei die Mundschleimhaut auf, damit die Wirkstoffe direkt vom Blutkreislauf aufgenommen werden. Da man beim Konsum den Tabak nicht raucht, wird der Snus-Konsum als gesundheitlich weniger bedenklich angesehen. Aufgrund der europäischen Tabakrecht-Richtlinie 2001/37/EU ist das gewerbliche In-Umlauf-Bringen von Snus in der gesamten Europäischen Union (mit Ausnahme von Schweden) verboten. Für Deutschland ist das Verbot in § 5a der Tabakverordnung zum Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz umgesetzt.

Bidi

Bidi (auch: Beedi) nennt man eine indische zigarettenähnliche Tabakware aus einem Tendublatt (Diospyros melanoxyion) als Hüllblatt und Tabak oder anderen Kräutern als Füllung. Bidis sind sehr trocken, stark und werden häufig parfümiert. Der Raucher muss, verglichen mit einer normalen Zigarette, tiefer und öfter inhalieren, um die Bidi am Glühen zu halten. Nach einer Studie des amerikanischen National Cancer Institute nimmt der Raucher im Vergleich zu einer normalen Zigarette dreimal mehr Kohlenmonoxid und Nikotin und sogar fünfmal mehr Teer zu sich.